Das Dorf Keferze liegt etwas 15 km nordöstlich von Midyat oberhalb der neuangelegten Piste Midyat – Hah. Unter den 1622 Einwohnern leben 70 Syrisch-Orthodoxe Familien (1980 waren es 30 christliche Familien). Im Dorf wird Turojo und Kurdisch gesprochen. Priester ist Melke Gümüs (geb. 1929, Priesterweihe 1959).
 
Die Kirche Mor Izozoel wurde 934 errichtet und gilt als ein bemerkenswertes Beispiel syrischer Baukunst.

Mor Eliyo klein

Von den aus der Geschichte überlieferten Kirchen Mor Eliyo und Mor Malke gibt es kaum Überreste.




„Kefr Zeh“ wird seit 935 erwähnt. Um 1413 plünderten Jesidi und Kurden den Ort; andere Nachrichten stammen aus dem 15. und 19. Jahrhundert.

mor izozoel klein

Von der vergangenen Zivilation und dem verlorenen Wohlstand fand Gertrude Bell um 1900 nur die Überreste der Kirche Mor Izozoel; ein Vergleich dieser prachtvollen Kirche mit den „erbärmlichen Hütten“ vermittelte ihr ein „eindruckvolles Bild von Glanz und Niedergang einer Kultur“, eine Aussage, die heute noch für die meisten Ortschaften des TurAbdin zuftrifft, aber ebenso für viele andere versunkene Kulturstätten. Jedoch erscheint der heute Zustand vieler von den Reisenden vor dem 1. Weltkrieg geschilderten Dörfer trotz aller Erscheinungen des Niedergangs besser als damals.

Wie Bischof Semun im Jahre 1855 in einem Evangelium von Keferze schrieb. Griffen der Fürst Asdin Schin Buqtoyo und Masurbak das TurAbdin und unsere Kirchen an und zerstörten sie. Sie töteten vier Pfarrer,Mönche und viele Christen.

Vor und Während des Völkermordes 1914 / 1915 gab es in Keferze ca. 160 syrisch-orthodoxe und 70 moslemische Familien. In dieser Zeit sorgten 3 Pfarrer gleichzeitig für den moralischen und geistigen Segen des Dorfes. Pfarrer Yuhannun, der Sohn von Pfarrer Sabo, Pfarrer Circo, der Sohn von Pfarrer Yauno und Pfarrer Gauriye. Die Bürgermeister zu jener Zeit waren Iskender Marauge be Kawatscha und Danho be Chupano.  

 

_____________________________

Quellen: Helga Anschütz, Die syrischen Christen vom Tur'Abdin, Würzburg, 1985;
Mor Ignatius I Afrem Barsaumo, Tur'Abdin Tarihi, Holland, 1985;
Aziz Günel, Türk Süryaniler Tarihi, Diyarbakir, 1970.